Der unternehmungslustige Prinz
»Heute will ich einmal in den Zoologischen Garten«, dachte der Prinz, als er sein Schloss verließ Und zur Bushaltestelle hinunterging. Dort standen zwei alte Frauen mit hohen Hüten, die ihn misstrauisch musterten. »Es ist schon allerhand, wie sich die Jungen heutzutage anziehen«, sagte die eine zur anderen, indem sie mit ihrem dicken Kinn auf das grüne Samtwams des Prinzen wies.
Da wurde der Prinz so wütend, dass er sein Schwert zog und beiden den Kopf abschlug. Als der Bus hielt, lud der Prinz die zwei Frauen ein, setzte sie auf den hinteren Sitz und legte ihnen ihre Köpfe in den Schoß. Dann verlangte er dreimal Zoologischer Garten. Der Busschaffner sagte ihm, er müsse das Billett am Automaten lösen, und fuhr ohne ihn weiter.
Der Prinz warf 2.50 ein, aber nichts passierte. Da er reich war, schlug er nicht auf den Automaten ein, wie das andere Leute in diesem Fall tun, sondern warf nochmals 2.50 ein. Als auch jetzt nichts geschah, dachte er, ich habe ja Zeit und Geld, und warf nochmals 2.50 ein.
In diesem Augenblick verwandelte sich der Billettautomat in eine wunderschöne Prinzessin, die ihn sogleich umarmte. »Sieben Jahre war ich in einen Billettautomaten verzaubert und jetzt hast du mich erlöst«, sagte sie, »willst du mich heiraten?«
»Ja«, sagte der Prinz, »ja, auf alle Fälle. Kommst du vorher noch mit in den Zoologischen Garten?« Da die Prinzessin so lange am selben Ort gestanden hatte, war sie einverstanden und zusammen stiegen sie in den nächsten Bus.
Zwei Stationen später stieg der Kontrolleur ein und wollte die Fahrkarten sehen. »Ich habe dreimal 2.50 eingeworfen«, sagte der Prinz, »aber es nichts herausgekommen.« »Das kann ja jeder sagen«, entgegnete der Kontrolleur. »Ich kann es bezeugen«, sagte die Prinzessin, »ich war nämlich zu der Zeit noch der Billettautomat!« »Und da wurden Sie wohl erlöst, wie?«, witzelte der Kontrolleur und schrieb eine Buße für 50 Euro.
In dem Moment wurde über Sprechfunk die Geschichte von den beiden geköpften Frauen durchgegeben und sowohl der Kontrolleur als auch der Busfahrer ergriffen sofort die Flucht.
Da setzte sich der Prinz selbst ans Steuer, fragte alle Leute im Bus, wo sie hinwollten, und fuhr sie bis vor die Haustüre.
Als er dann die Richtung zum Zoologischen Garten einschlug, sah er vor sich eine Straßensperre der Polizei.
»Wenn sie mich erwischen, kriege ich lebenslänglich«, sagte der Prinz zur Prinzessin. »Dann lieber noch mal sieben Jahre«, sagte die Prinzessin und flüsterte ihm etwas ins Ohr.
Als die Polizei den Bus stürmte, war er leer. Dafür stand der Bus direkt neben zwei Billettautomaten, der eine für normale Billette, der andere für Abonnemente. Und hier ist meine Geschichte zu Ende.
Ach, was mit den beiden Frauen noch war? Nichts weiter. Die waren tot und wurden nicht wieder lebendig.
Manchmal genügt eben eine blöde Bemerkung und man ist erledigt.



1 Josef aus Alpha Centauri-System schrieb am 13.05.2005:
Tach jeena
erinnert mich an den Stil von Firitz Scheitan alias Fritz Teufel und seinen "Märchen aus der Spaßguerilla". Mach nur weiter so!
Gruß Josef
2 Jeena Paradies aus Varberg schrieb am 13.05.2005:
Hi Josef,
Nich dass da etwas falsch verstanden wird, wir sind zur Zeit zwei Hauptautoren und nehmen auch Gastbeiträge an. Dieser wurde per E-Mail von Kookaburra zugeschickt.
3 Stefan Scmerda aus Gleisdorf/Österreich schrieb am 14.12.2005:
Könnt ihr anstatt bloß den inhalt zu schreiben nicht auch eine kleine interpretation schreiben
4 PhiloSuff aus Geschwand schrieb am 15.12.2005:
Wie stellst du dir das vor? Jeder kann jede Geschichte interpretieren wie er will.
5 Ich schrieb aus Interesse schrieb am 23.04.2007:
Franz Hohler???
6 Anonym schrieb am 19.09.2007:
keine ahnung
7 Anonym schrieb am 29.03.2008:
Franz Aler, Leute!
Und die Geschichte eignet sich FANTASTISCH für eine detaillierte Analyse und eine tiefgehende AUseinandersetzung!
8 anonym aus österreich schrieb am 20.04.2009:
heyyy wie getzz
fran hohler ist urr sheiße....
na ja past ciao...