Suche nach der richtigen Lizenz Komerziell und gleichzeitig Open Source | 06. Februar 2009 um 03:20 Uhr / Censure
Ich schreibe gerade an einem Twitter-Client (Twittia) für OS X, und es geht gut voran, ich werde bald die erste Alpha-Version veröffentlichen.
Aber ich habe ein Problem. Ich würde gerne einen Test machen. Die Software soll Open Source sein, und man soll auch Teile davon in anderen Programmen benutzen, oder einen Fork machen und ihn dann selbst kostenlos oder für Geld verteilen können. Wenn man allerdings die Orginalversion nutzen möchte soll man $5 bezahlen müssen.
Es wird keine Geiselung mit irgendwelchen Nachrichten geben dass man immer noch nicht bezahlt hat da es dafür keine Überprüfung geben wird, man soll die Software so lange wie es nötig ist testen können, aber wenn man sich dann entschieden hat sie zu nutzen soll man $5 bezahlen.
Wenn ich die GPL richtig verstanden habe kann da jetzt also jemand für $5 die Software bei mir kaufen und dann diese Version kostenlos verteilen und das scheint mir ja nicht gerade der sinn der Übung bei Kommerzieller Software zu sein.
Habt ihr eine Idee wie ich denn beides unter einen Hut bringen könnte, also Open Source, am besten noch GPL/MIT/Apache Licence - kompatibel anzubieten, damit ich andere Libs nutzen kann, aber sinnvoll verkäuflich, also so, dass nicht einfach jemand anderes meine Software gleichzeitig verschenken oder verkaufen darf?
[update 2009-04-02]: Hier eine Antwort an Christian, der nach der Aktuellen Situation zur Lizenzfrage fragte:
Ich habe ja bis Heute noch keine Möglichkeit gefunden Geld mit einer Open Source Lizenz für Twittia zu verdienen. Alle Vorschläge die kamen haben entweder etwas vom Betteln (Donotations) oder werden offensichtlich keinen einzigen Cent einbringen (support). Ich bin ja schon sehr für den Gedanken "alle Informationen sind für alle frei zugänglich" und so. Aber Arbeit soll sich ja auch lohnen und mein Bäcker gibt seine Brötchen auch nicht raus nur weil ich verspreche irgendwann etwas zu spenden.
Ich suche zwar immer noch nach einer Lösung für das Problem, aber so langsam habe ich die Hoffnung aufgegeben dass diese Open Source beinhaltet.
Open Source scheint ja für große Firmen zu funktionieren wie Sun mit MySQL und OpenSolaris, die gleichzeitig viele andere Closed Source Produkte die dranhängen anbieten und Support dafür anbieten können der dann auch gebraucht wird.
Aber für einen Twitter-Client der eigentlich nur ein Luxusartikel ist den zwar keiner wirklich zum überleben braucht viele aber einen guten haben möchten, da funktioniert das einfach gar nicht.
Ich habe mich etwas mit der Gewährleistung bei verkaufter Closed Source-Software und so auseinander gesetzt und wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist das für den Entwickler die Möglichkeit etwas nachzubessern bevor er das Geld zurück geben muss.
Wenn das Ding aber nur 10 eur oder so kostet, dann gibt man einfach das Geld zurück wenn es nur einer oder zwei sind die rumjammern und man so auf die Schnelle keine Lösung für das Problem parat hat.
Außerdem müssen die das in einem angemessenen Zeitraum nach dem Kauf rügen, was bei Firmen so bis vier Wochen ist, bei Privatpersonen bis zu drei Monaten für Mängel die offensichtlich sind. Danach verfällt der Anspruch. Die zwei Jahre sind dann für solche Mängel, die versteckt und nicht gleich offensichtlich zu sehen waren.
Man kann darin auch den Vorteil sehen dass wenn die Leute bezahlt haben, dann werden sie auch eher mäckern und die Software hat dadurch die Möglichkeit besser zu werden.
Wenn sie nicht bezahlt haben suchen sie sich einfach einen andern Client, denn was nix kostet ist ja auch nix wert.
Kommentare
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flowh aus München schrieb am 06.02.2009
Hm, die OS-Definition (http://de.wikipedia.org/wiki/Open-Source-Lizenz#Definition) verlangt u.a. "Freie Weitergabe". Du kannst also keine Software verkaufen, die unter OS-Lizenz steht.
Eine Alternative wäre aber z.B., nur die einzelnen Komponenten von Twittia unter eine geeignete OS-Lizenz zu stellen und zu veröffentlichen, aber das Produkt Twittia selbst closed source zu halten und zu verkaufen.
Da musst du nur aufpassen, ob das mit den Lizenzen der Libraries, die du verwendest, möglich ist.
at schrieb am 06.02.2009
Nur kurz: Baue doch vielleicht noch ein s in den Verweis, damit man die Projektseite schneller findet.
chris schrieb am 11.02.2009
Das ist eine gute Frage!
Prinzipiell kannst du schon 5 Dollar verlangen:
http://www.gnu.org/philosophy/free-sw.html
Nur jeder andere kann das Programm für 0 oder 1000 Dollar weitergeben.
Allerdings gibt es auch Programme, die GNU public license Komponenten verwenden und deren Quelltext auch weitergeben - eigene Programmteile aber nicht als Quelltext veröffentlichen. Netgear verwendet z.b. µCLinux ohne eigenen proprietären Code weiterzugeben.
Eric Eggert schrieb am 04.03.2009
Da nur ehrliche Leute die 5 Dollar bezahlen werden, mach Donationware daraus. Viel einfacher als irgendwie OpenSource-Lizenzen zu verbiegen :)
Ralf schrieb am 31.03.2009
Was ist Donationware?
Gruß Ralf
Spielzeug für draußen
Christian Kruse aus Dortmund / NRW schrieb am 02.04.2009
Direkt Geld mit OS zu verdienen ist sicherlich schwer bis unmöglich, zumindest, wenn man sich an OS hält, wie es die OSI definiert.
Aber das Geld verdienen über Umwege ist durchaus möglich. Support verkaufen, Artwork verkaufen, man wird bekannter und bekommt einen besseren Ruf (zumindest, wenn man seine Sache gut macht) und dadurch Aufträge, usw, pp.
Aber ich will dir da nicht drein reden, wenn du das Gefühl hast, du musst Twittia als CS verkaufen, dann tu das, nur wüsste ich halt gern mal, woran ich bin ;)
at schrieb am 02.04.2009
Dass kostenlose Software generell nichts taugt, behauptet heute sicher kaum jemand mehr. Die Frage bleibt aber, was du eigentlich willst: Programmieren üben? Eine Software für dich schreiben, die andere vielleicht auch nützlich finden? Open Source fördern? Für dich werben? Geld verdienen? Oder das alles? Oder nur ein Teil davon? Oder vielleicht doch etwas ganz anderes? Von den Antworten auf diese Fragen -- die du ja nicht hier geben musst, sondern die du nur für dich beantwortet haben solltest -- hängt ab, wie ein Konzept zur Veröffentlichung von Software aussehen kann oder sollte.
Aber das vorweg: Der Ansatz, Forks zuzulassen, aber Geld für die Nutzung des Originals zu nehmen, kann nicht funktionieren, weil nach spätestens drei Tagen eine kostenlose Version im Netz stehen wird, die sich fortan besser etablieren wird als das Original.
Die aus meiner Sicht in deinem Sinne beste Möglichkeit ist die, die Basisfunktionalität, also den Code ohne die GUI als Open Source freizugeben und die GUI zu verkaufen oder für Geld anzupassen. Dieses Konzept hat sich jedenfalls seit einigen Jahren auch für kleine Entwickler bewährt.